Die Studie „The Performance of Wind Turbines in the United Kingdom and Denmark" wurde im Dezember 2012 von Prof. Gordon Hughes (Ökonom an der University of Edinburgh, kein Maschinenbau-/Windingenieur) veröffentlicht – jedoch nicht in einer peer-reviewten Fachzeitschrift. Sie erschien ausschließlich als Bericht der Renewable Energy Foundation (REF) in London. Die REF selbst spricht von „anonymous peer review", aber es handelt sich nicht um eine reguläre wissenschaftliche Veröffentlichung in einem international etablierten Journal – im Gegensatz etwa zur späteren Imperial-College-Studie, die in Renewable Energy erschien.
Zentrale Behauptungen Hughes':
Wer ist die REF? Die REF wurde 2004 vom britischen TV-Moderator Noel Edmonds gegründet. Trotz des irreführenden Namens wird sie von der UK-Energiebranche (RenewableUK, Good Energy, Ecotricity) und Umweltgruppen (Greenpeace) durchgängig als Anti-Wind-Lobbygruppe charakterisiert. Maria McCaffery (RenewableUK) nannte sie öffentlich „an anti-wind lobbying organisation".
Schon 2008 hatte die REF laut eigener Aussage einen „Dialog" mit der UK Charity Commission über zu politische Kampagnenarbeit.
Personelle Verflechtungen zur klimawissenschaftsskeptischen Global Warming Policy Foundation (GWPF) bestehen über Trustee Michael Kelly und John Constable (Ex-REF Director of Policy, jetzt GWPF Energy Editor).
Trustee Colin Davie ist konservativer Lokalpolitiker und langjähriger Windkraftgegner.
Der Guardian (April 2022) berichtete, die REF habe Anti-Onshore-Wind-Material an Daily Telegraph und Daily Mail geliefert.
Methodikkritik: Hughes nutzte nur nationale Durchschnittswindgeschwindigkeiten, um Wettereinflüsse herauszurechnen – nicht die tatsächlichen Windbedingungen an jedem Standort. Damit verwechselt seine Statistik nachweislich Wettervariabilität mit Alterungseffekten. Robert Gross (UK Energy Research Centre, Imperial College) bezeichnete frühere Hughes-Arbeiten als „economically irrational, a nonsense scenario" und „economically absurd, spurious".
Die schottische Regierung wies seine 2012er-Arbeit offiziell als „flawed" zurück.
Staffell & Green (Imperial College London Business School), „How does wind farm performance decline with age?", Renewable Energy, Vol. 66, 2014, S. 775–786:
Hamilton, Millstein, Bolinger, Wiser, Jeong (Lawrence Berkeley National Lab), „How does wind project performance change with age in the United States?", Joule, Vol. 4, 2020, S. 1004–1020:
Germer & Kleidon (Max-Planck-Institut für Biogeochemie), „Have wind turbines in Germany generated electricity as would be expected from the prevailing wind conditions in 2000–2014?", PLOS ONE 14, 2019, e0211028:
Weitere Folgestudien: Olauson, Edström & Rydén (Wind Energy 20, 2017) für Schweden; Fitzgerald & Giberson (Electricity Journal 2021); Astolfi et al. (MDPI Energies 15, 2022) und Mathew et al. (PHM Society 2022) bestätigen den Konsens: tatsächliche Decline-Raten liegen bei deutlich unter 1 %/Jahr, neuere Anlagen sogar unter 0,2 %/Jahr.
Zur Frage „wie viele alte UK-/DK-Turbinen sind tatsächlich nach 10–15 Jahren ausgefallen?": Staffell & Green dokumentieren das oben genannte Schlüsselergebnis: von den ersten 45 UK-Windparks waren 40 nach 15+ Jahren weiter aktiv – das ist eine direkte empirische Widerlegung der Hughes-Behauptung von „auseinanderfallenden" Anlagen nach 10 Jahren. In Dänemark fand selbst Hughes nur einen Rückgang von 4 % über 15 Jahre für Onshore-Anlagen.
Repowering ist keine Notlösung wegen technischen Versagens, sondern eine bewusste ökonomische und technologische Optimierung – aus mehreren Gründen:
Aktuelle Zahlen Deutschland:
Die Behauptung, Repowering geschehe „um Subventionen zu maximieren" verdreht die Realität: Tatsächlich beginnt Repowering oft erst, wenn die ursprüngliche 20-Jahre-EEG-Vergütung ausläuft – also nicht zur Maximierung, sondern zur Fortsetzung wirtschaftlichen Betriebs unter Marktbedingungen.
Erosion der Rotorblatt-Vorderkante (LEE) ist ein bekanntes, gut verstandenes Wartungsthema, kein Zeichen „totalen Versagens":
Ein Foto eines erodierten Blattes als „Beweis" für ein generelles Lebensdauerproblem zu zeigen, ist ungefähr so sinnvoll wie ein abgefahrener Autoreifen als Beweis dafür, dass Autos nach 50.000 km „auseinanderfallen".
| Größe | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Designlebensdauer onshore | 20–25 Jahre, neuere Plattformen 25–30 | IEA Wind, IEC 61400-1 |
| Reale Decline-Rate UK | 1,6 %/Jahr | Staffell & Green 2014 |
| Reale Decline-Rate USA (alt/neu) | 0,53 % / 0,17 %/Jahr | Hamilton et al. 2020 |
| Reale Decline-Rate Deutschland | ~0,63 %/Jahr | Germer & Kleidon 2019 |
| Performance nach 17 J. USA | 87 % der Peak-Leistung | Berkeley Lab 2020 |
| Performance nach 19 J. UK | ~75 % des Ursprungs | Staffell & Green 2014 |
| Lifetime-Verlust insgesamt | ~12 % über 20 Jahre | Staffell & Green 2014 |
| EROI Onshore-Wind | ~19,8 (operativ, n=60 Studien); aktuelle Anlagen >20 | Kubiszewski et al. 2010, Thunder Said Energy 2023 |
| Energy Payback Time | ~1 Jahr | mehrere LCAs |
| Repowering-Anteil Deutschland 2024 | 37 % des Onshore-Zubaus, 1.191 MW | BWE/IWR |
| Erste 45 UK-Windparks nach 15+ Jahren | 40 noch in Betrieb | Staffell & Green 2014 |
Die Hughes-Studie 2012 ist kein peer-reviewter Fachartikel, sondern ein Bericht der "Renewable Energy Foundation" – einer Organisation, die in UK breit als Anti-Wind-Lobby kritisiert und personell mit der klimaskeptischen Global Warming Policy Foundation verflochten ist. Hughes nutzte nationale Durchschnittswindgeschwindigkeiten statt standortspezifischer Daten, methodisch unsauber und längst widerlegt.
Staffell & Green (Imperial College London, Renewable Energy 2014, peer-reviewed) untersuchten alle 282 UK-Onshore-Windparks mit standortgenauen NASA-Winddaten. Ergebnis: realer Ertragsverlust nur 1,6 Prozent pro Jahr.
UK-Turbinen aus den 1990ern lieferten nach 19 Jahren noch rund 75 Prozent ihres Ursprungsertrags. 40 von 45 der ersten UK-Windparks waren nach 15+ Jahren weiter in Betrieb.
Hamilton et al. (Berkeley National Lab, Joule 2020, 917 US-Anlagen): nur 0,17 bis 0,53 Prozent Decline pro Jahr, 87 Prozent Peak-Performance nach 17 Jahren. Germer/Kleidon (PLOS ONE 2019, 921 deutsche Windparks): 0,63 Prozent pro Jahr.
Repowering ist ökonomische Optimierung, kein Versagen. Eine moderne 5-MW-Anlage ersetzt eine 1-MW-Pionieranlage, halbe Anlagenzahl, dreifacher Ertrag. 2024 entfielen 37 Prozent des deutschen Wind-Zubaus aufs Repowering.
Die gezeigte Leading Edge Erosion ist Routine-Wartung, mit Tapes und Coatings reparierbar. Moderne Onshore-Turbinen sind auf 20–25 Jahre ausgelegt, viele laufen 30+. EROI rund 20, energetische Amortisation in einem Jahr.
Quellen: doi.org/10.1016/j.renene.2013.10.041 doi.org/10.1016/j.joule.2020.04.005 imperial.ac.uk/news/142966 emp.lbl.gov/news/new-research-evaluates-how-us-wind desmog.com/renewable-energy-foundation
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